Die perfekte Saison ohne Punktverlust – das Trainerteam der Zwoten im Saisonabschlussinterview

Die zweite Mannschaft des OSV Meerbusch hat etwas unglaubliches vollbracht: in der Saison 2025/2026 bleibt die Mannschaft rund um Frank Kollegger, Monica Kollegger-Kollmann und André Seidel ungeschlagen – das sind 28 Siege am Stück, ohne Unentschieden oder Niederlage! Mit einer Torbilanz von 164 geschossenen Toren und 18 kassierten Toren stellt die Zwote zudem die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga und mit André Seidel auch den Torschützenkönig. Eine Saison, die perfekter gar nicht sein könnte. Im Saisonabschlussinterview erzählt das Trainerteam über die vergangene Saison und das Geheimnis des Erfolges.

Alena: Herzlich willkommen zu unserem Saisonabschlussinterview. Zu Gast sind heute Monica Kollegger-Kollmann, Frank Kollegger und André Seidel aus dem Trainerteam der 2. Mannschaft. Zunächst die wichtigste Frage: Wie fällt euer Fazit zur Saison aus?

Frank Kollegger: Überragend. Wenn man 28 Spiele absolviert und 28 Siege einfährt, fällt es schwer, ein anderes Fazit zu ziehen. Eine solche Saison ist alles andere als selbstverständlich. Wer vor der Saison gesagt hätte, dass wir jedes Spiel gewinnen, wäre wahrscheinlich belächelt worden. Umso schöner ist es, dass wir dieses Ergebnis tatsächlich erreicht haben.

Alena: Das kann man auf jeden Fall so sagen, mit welchen Erwartungen seid ihr denn in die Saison gestartet? Und inwiefern wurden diese erfüllt?

André Seidel: Wir wussten, dass wir über einen sehr starken Kader verfügen und insbesondere zu Saisonbeginn auch von der Unterstützung der 1. Mannschaft profitieren konnten. Intern hatten wir uns klare Ziele gesetzt – sowohl sportlich als auch in der Entwicklung der Mannschaft. Rückblickend können wir sagen, dass wir unsere Erwartungen sogar übertroffen haben. Nicht nur die Ergebnisse stimmen, sondern auch der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und die fußballerische Entwicklung der Spieler.

Alena: Gibt es ein Spiel oder einen Moment, der euch besonders in Erinnerung bleiben wird?

Frank Kollegger: Für mich persönlich war das das Hinspiel in Willich. Wir lagen früh zurück, kassierten eine rote Karte und mussten gegen einen direkten Konkurrenten in Unterzahl bestehen. Trotzdem hat die Mannschaft das Spiel gedreht. Zunächst durch spielerische Qualität und später durch enorme Leidenschaft und Einsatzbereitschaft. Am Ende haben wir mit 3:2 gewonnen. Dieses Spiel hat für mich vieles verkörpert, was unsere Mannschaft in dieser Saison ausgezeichnet hat: Qualität, Mentalität, Zusammenhalt und die Bereitschaft, niemals aufzugeben.

Alena: Wie hat sich die Mannschaft im Laufe der Saison entwickelt – sportlich und als Team?

André: Wir haben aus den Erfahrungen der vergangenen Saison gelernt. Damals hatten wir bereits Qualität im Kader, allerdings nicht immer die nötige Geschlossenheit. In dieser Saison war von Beginn an ein starker Zusammenhalt spürbar, der durch die gemeinsamen Erfolge noch weiter gewachsen ist. Die Mannschaft ist als Einheit aufgetreten, hat füreinander gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt. Das war ein entscheidender Faktor für den Erfolg.

Alena: Frank, worauf bist du als Trainer besonders stolz?

Frank Kollegger: Vor allem darauf, dass wir als Trainer- und Betreuerteam eine echte Mannschaft geformt haben. Viele Spieler kamen aus unterschiedlichen Situationen zusammen, einige mussten sich nach Einsätzen in der 1. Mannschaft neu orientieren. Uns war wichtig zu vermitteln, dass die 2. Mannschaft keine Strafe, sondern eine attraktive sportliche Herausforderung ist. Die Spieler haben diesen Weg angenommen und hervorragend umgesetzt.

Die Qualität im Kader war von Beginn an vorhanden. Unsere Aufgabe bestand vor allem darin, die Mannschaft als Einheit zusammenzuführen, die Fitness zu verbessern und eine gemeinsame Mentalität zu entwickeln. Besonders stolz macht mich, dass auch Spieler, die nicht immer im Mittelpunkt standen oder regelmäßig gespielt haben, den Weg mitgetragen haben. Dieser Zusammenhalt war die Grundlage für den Erfolg.

Die Hauptaufgabe bestand zunächst darin, die körperlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dafür mussten alle Spieler die notwendigen Laufeinheiten absolvieren und sich auch durch schwierigere Phasen kämpfen. Besonders stolz bin ich darauf, dass die Mannschaft diesen Weg mitgegangen ist. Noch wichtiger war jedoch, die Gruppe als Team zu formen und zusammenzuführen. Genau darin lag unsere zentrale Aufgabe in dieser Saison – eine Mannschaft zu entwickeln, die gemeinsam arbeitet und gemeinsam erfolgreich ist. Die Ergebnisse waren letztlich die Folge dieser Entwicklung.

Alena: Was bedeutet dieser Aufstieg für den Verein?

Frank Kollegger: Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Erfolg für den gesamten Verein. Eine starke 2. Mannschaft zeigt, dass sich der Verein sportlich weiterentwickelt und ambitionierte Ziele verfolgt. Zudem wird die 2. Mannschaft erstmals in der Vereinsgeschichte in der Kreisliga A spielen. Darauf können wir alle stolz sein. Es ist ein Erfolg, der weit über die Mannschaft hinausgeht und den gesamten Verein positiv repräsentiert.

Alena: Welche Ziele und Schwerpunkte habt ihr euch für die kommende Saison gesetzt? Zunächst sollt ihr natürlich unbedingt den aktuellen Moment feiern und stolz darauf sein, was ihr in der Saison geschafft hat, aber wenn man den Blick schon mal öffnet, wo geht’s hin?

Monica Kollegger-Kollmann: Ich wünsche mir vor allem, dass die Mannschaft ihren Teamgeist behält. Wenn die Jungs weiterhin so zusammenhalten und jeder seinen Beitrag leistet, können wir auch in der neuen Liga eine gute Rolle spielen.

Frank Kollegger: Der Zusammenhalt bleibt der wichtigste Faktor. Gleichzeitig müssen wir die neue Herausforderung mit der nötigen Demut angehen. Die Kreisliga A wird ein anderes Niveau haben, mit vielen starken ersten Mannschaften. Unser Ziel ist es nicht, direkt den nächsten Aufstieg anzupeilen, sondern zunächst anzukommen, uns zu etablieren und die Liga zu halten. Wenn wir am Ende der Saison sagen können, dass die 2. Mannschaft weiterhin in der Kreisliga A spielt, wäre das bereits ein großer Erfolg.

Alena: Gibt es abschließend noch etwas, das ihr den Osterathern mitgeben möchtet?

Frank Kollegger: Ich wünsche mir, dass die Leistung der Mannschaft die Wertschätzung erhält, die sie verdient. Eine Saison ohne Punktverlust ist keine Selbstverständlichkeit – unabhängig von der Qualität des Kaders. Es steckt unglaublich viel Arbeit dahinter, eine Mannschaft zusammenzuhalten, weiterzuentwickeln und Woche für Woche erfolgreich zu machen. Besonders wichtig ist mir auch, dass die Entwicklung der Mannschaft gesehen wird. Fußballvereine verändern sich, Mannschaften verändern sich, und genau das ist ein normaler Prozess. Entscheidend ist, dass die Spieler und das Trainerteam mit Leidenschaft und Ehrgeiz an ihren Aufgaben arbeiten. Darauf können wir alle stolz sein.

 

Eine gewisse Wertschätzung, und das nicht einfach so abzutun. Es wird behauptet, dass wir mehr oder weniger mit einer ersten Mannschaft in der Kreisliga B gespielt haben. Und das stört mich gewaltig hier. Es gibt genug Beispiele auch im Profifußball, wo man vielleicht die Qualität der Einzelspieler hat, und dann trotzdem absteigt.

Auch als zweite Mannschaft haben wir uns das Ziel gesetzt, ambitioniert und erfolgreich Fußball zu spielen. Sonst kann ich ja auch an den Trainings- und Spieltagen zu Hause bleiben. Das ist eben meine Einstellung dazu.

Ich möchte mich vor allem bei André und meiner Frau bedanken. Letztendlich haben wir dafür gesorgt, dass die Mannschaft so ist, wie sie jetzt ist. Sowohl im Training, bei Ansprachen oder in persönlichen Gesprächen haben wir die Spieler überzeugen können, für die Zwote zu spielen. Ich stelle mich nicht dreimal die Woche irgendwo hin, und andere schmücken sich mit den Lorbeeren.  Die Mannschaft, mit der wir die Planwagentour gemacht haben, hat diesen Erfolg geleistet. Und dann kommt erstmal lange gar nichts.

Alena: Im Namen des Vereins möchte ich euch herzlich zum Aufstieg in die Kreisliga A gratulieren. Eine Saison ohne Niederlage und ohne Punktverlust ist etwas ganz Besonderes. Ihr habt viele Menschen begeistert, jungen Spielern Perspektiven aufgezeigt und den Verein hervorragend repräsentiert. Dafür gebührt euch großer Respekt. Und die abschließenden Worte richte ich nochmal an dich, Frank.

Frank Kollegger: Vielen Dank. Zum Abschluss möchte ich mich ausdrücklich bei Dominik und dem Trainerteam der 1. Mannschaft bedanken. Die Zusammenarbeit war während der gesamten Saison hervorragend. Es wurde nie in erster und zweiter Mannschaft gedacht, sondern immer im Sinne des gesamten Vereins. Die Spieler, die uns unterstützt haben, haben sich jederzeit vorbildlich integriert und ihren Beitrag zum Erfolg geleistet. Dafür sind wir sehr dankbar.

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