Zuhause eine Macht – Trainer Dominik Voigt im Saisonabschlussinterview

Die 1. Herren des OSV Meerbusch blicken auf eine Saison zurück, die sportlich kaum besser hätte laufen können – und die am Ende doch mit einem bitteren Beigeschmack endete. Trainer Dominik Voigt zieht Bilanz über eine Spielzeit mit Rekordtorquote, der besten Heimbilanz der Liga und einem Kader, der über sich hinausgewachsen ist. Im Interview spricht er über den knapp verpassten Aufstieg, besondere Spiele, die Entwicklung seiner jungen Mannschaft und die Ziele für die kommende Saison.

Alena:

Willkommen beim Abschlussinterview zur abgelaufenen Saison. Sie war lang und hart, aber trotzdem wollen wir ein wenig hinter die Kulissen gucken. Deshalb fangen wir so an: Wie fällt dein Fazit zur abgelaufenen Saison aus?

Dominik Voigt:

Trotz des verpassten Aufstiegs fällt mein Fazit sehr positiv aus. Wir haben eine überragende Saison gespielt – nehme ich das Spiel gegen Lürrip mit rein, hätten wir am Ende 85 Punkte geholt. 106 Tore haben wir erzielt, dazu kommen noch 16 Tore, die uns im Spiel gegen Lürrip aberkannt wurden. Selbst das Rückspiel gegen Lürrip steht ja noch aus, und Türkiyemspor ist im Rückspiel gar nicht angetreten. Rechnet man das alles zusammen, wären wir locker bei 130, 140 Toren gelandet.

Dazu hatten wir die zweitbeste Defensive der Liga und haben uns für den Niederrheinpokal qualifiziert. Von daher bin ich wirklich zufrieden. Natürlich ist es extrem ärgerlich, so eine Saison nicht mit dem Aufstieg zu krönen, denn ehrlich gesagt: Viel besser geht es kaum. Am Ende hat einfach eine andere Mannschaft einen Punkt mehr geholt – das muss man akzeptieren. Trotzdem bin ich wirklich stolz auf das, was die Jungs geleistet haben.

Alena:

Mit welchen Erwartungen seid ihr denn in die Saison gestartet, und wurden diese erfüllt?

Dominik Voigt:

Nach der verpassten Relegation im Vorjahr sind wir mit einer klaren Erwartungshaltung in die Saison gegangen: Das nachholen, was uns davor gefehlt hat. Lange sah es auch wirklich danach aus, am Ende haben wir aber wieder den zweiten Platz belegt. Insofern haben wir unser Hauptziel leider knapp verfehlt.

Das zweite Ziel war die Qualifikation für den Niederrheinpokal – und die haben wir geschafft. Darauf sind wir wirklich extrem stolz.

Alena:

Das könnt ihr auch definitiv sein! Welcher Moment oder welches Spiel wird dir denn aus dieser Saison besonders in Erinnerung bleiben?

Dominik Voigt:

Ganz klar das Spiel gegen Neuwerk. Wir standen Freitagabend vor vollem Haus, und dann hält Theo in der Nachspielzeit einen Elfmeter, der uns am Ende das Spiel gewinnen lässt – das war schon ein richtig geiler Moment.

Aber auch unsere Auftritte, bei denen wir Gegner reihenweise mit acht, neun Toren regelrecht weggefegt haben, waren richtig schöne Heimspiele. Da bleiben einige Partien positiv im Kopf, aber das Neuwerk-Spiel war schon der besondere Moment der Saison.

Wichtig war mir auch, wie sich die Mannschaft insgesamt entwickelt hat. Wir haben ein neues Spielsystem eingeführt, das von den Jungs richtig gut angenommen und umgesetzt wurde.

Alena:

Das hat man auch in den Spielen gesehen! Du hast die Mannschaft aber natürlich ein wenig enger begleitet, wie hat sich die Mannschaft im Verlauf der Saison sportlich und als Team entwickelt?

Dominik Voigt:

Sportlich haben wir uns auf jeden Fall weiterentwickelt. Man hat gemerkt, dass wir aus der Hinrunde einiges gelernt und in der Rückrunde noch einmal zugelegt haben. Bis auf eine unglückliche Phase, in der wir drei Spiele in Folge nicht gewinnen konnten, war das eine wirklich starke Rückrunde mit vielen Siegen und guten Auftritten.

Wir haben unser System immer weiter verfeinert und besser umgesetzt – selbst als sich die Gegner auf unsere Spielweise eingestellt hatten, hatten wir immer noch Optionen und Lösungen und sind zu sehr vielen klaren Chancen gekommen. Da war eine klare Entwicklung zu erkennen.

Auch menschlich hat sich viel getan. Von Tag eins an herrschte ein Top-Klima in der Mannschaft, alle sind gut miteinander ausgekommen. Gerade die neuen Spieler wurden hervorragend aufgenommen – man hat gemerkt, wie sie Woche für Woche aufgeblüht sind, mehr Spaß hatten und sich immer mehr getraut haben, sich einzubringen. Das hat sich auch bei den gemeinsamen Abschlussfeiern gezeigt, an denen die komplette Mannschaft teilgenommen hat, bei den Mannschaftsabenden, an denen immer alle dabei waren, und bei der Trainingsbeteiligung, die – abgesehen von Verletzten – durchweg hervorragend war. Eine wirklich super Truppe, die da zusammengewachsen ist.

Alena:

Worauf bist du als Trainer in dieser Saison besonders stolz?

Dominik Voigt:

Ehrlich gesagt auf die gesamte Saison. Viele Jungs haben noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht – gerade Spieler, die gerade erst ihr erstes oder zweites Seniorenjahr gespielt haben. Dass sie dabei so eine überragende Saison abliefern, kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

Besonders stolz bin ich auch darauf, wie wir uns zu Hause präsentiert haben: Wir haben die gesamte Saison über kein einziges Heimspiel verloren. Das zeigt ganz klar, dass wir zu einer echten Heimmacht geworden sind.

Alena:

Welche Ziele und Schwerpunkte setzt ihr euch für die kommende Saison?

Dominik Voigt:

Wir werden weiterhin versuchen, oben anzugreifen. Uns ist bewusst, dass die Liga nächstes Jahr noch ausgeglichener und schwieriger wird, aber wir wollen alles daransetzen, wieder ganz vorne dabei zu sein. Im Niederrheinpokal sind wir gespannt, wen wir zugelost bekommen – vielleicht wartet da ja noch ein richtiges Highlight-Spiel auf uns. Auch dort wollen wir so weit wie möglich kommen.

Bei den Schwerpunkten wollen wir vor allem unsere Kommunikation weiter verfeinern, im Gegenpressing noch besser werden und unser Anlaufverhalten optimieren. Und natürlich wollen wir noch mehr Tore erzielen – auch wenn wir schon über 100 Tore geschossen haben, zeigt die Zahl der Chancen, dass da noch mehr drin ist. Gleichzeitig wollen wir defensiv noch das eine oder andere Gegentor weniger zulassen.

Uns ist klar, dass es extrem schwer wird, diese Saison noch zu toppen. Aber wir werden alles daransetzen, offensiv wie defensiv noch einen Tick besser zu werden – mit dem Ziel, am Ende den Aufstieg zu realisieren. Auch wenn wir wissen, wie hart das in dieser Liga wird.

Alena:

Dabei wünschen wir euch den maximalen Erfolg! Danke für eine tolle Saison und für dieses Interview.

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